Morgengold Frühstücksdienste 15 Dez 2016

„Als Unternehmerin schreibt mir niemand vor, was ich wann zu tun habe“

Morgengold

Jede Tour in sechs Jahren ohne Ausnahme ausgefahren – koste es, was es wolle: Die hundertprozentig zuverlässige Belieferung ihrer Kunden hat für Nicole Wolf in Leipzig absolute Priorität. Dafür gibt sie Tag für Tag alles. Und manchmal sogar noch ein bisschen mehr.  

_mg_5989Eben noch in der Werbung, wenige Stunden später als frischgebackene Mama auf der Entbindungsstation – einen solchen Tag haben vermutlich nicht viele Morgengold-Partner bisher erlebt. Nicole Wolf schon. Und zwar an einem Mittwoch im Juni 2011, dem Geburtstag ihres ersten Sohnes Tristan. „Nach knapp eineinhalb Jahren als Morgengold-Unternehmerin war ich damals noch voll in alle Prozesse aktiv eingebunden“, blickt die heute 38jährige zurück. „Da gab es auch hochschwanger keine Ausnahme. Ich habe abends noch die letzten Proben eingegeben, und dann ging es los – quasi vom Schreibtisch direkt in den Kreißsaal.“ Wer nun glaubt, eine solche Erfahrung macht man nur einmal im Leben, der kennt Nicole Wolf schlecht. Knapp zwei Jahre später hält sie den Hörer nach einem Kundentelefonat quasi noch in der Hand, als die Wehen einsetzen. Kurz darauf erblickt Söhnchen Teja das Licht der Welt.

Immer 100 Prozent geben – das ist typisch für die umtriebige Unternehmerin. Bis zur Geburt ihres ersten Kindes investiert sie rund eineinhalb Jahre besonders viel Zeit und Kraft, um ihren Betrieb so richtig ans Laufen zu bringen. „Neben dem Vertrieb und dem Aufbau der Betriebsorganisation bin ich im ersten Jahr selber noch jeden Tag morgens beim Bäcker gewesen und habe die  Auslieferung übernommen“, erinnert sich Wolf an die Herausforderungen ihres unternehmerischen Starts. Nicht selten wurden damals auch noch Freunde und Verwandte mit eingespannt, wenn Not am Mann war. „Ich war von Anfang an fest davon überzeugt, dass ich es schaffen werde“, so Wolf. Und so stürzt sie sich voller Tatendrang in ihr Morgengold-Abenteuer und baut ihre ersten profitablen Touren auf.

Stark im Vertrieb

„Ich hab’s in der Hand: Wenn ich was tue, geht’s voran. Tue ich nichts, ist Stillstand. Der Erfolg liegt alleine an mir, das ist doch super!“ Diese Erkenntnis hat die Unternehmerin im Laufe der letzten Jahre nicht nur theoretisch gewonnen, sie nutzt sie auch aktiv als Chance. Denn bei allem motivierten Einsatz lief auch bei ihr nicht immer alles nach Plan. „Mein Mann Ronny hat mich von Anfang an nach besten Kräften unterstützt, er ist sogar bei beiden Kindern in Elternzeit gegangen“, erzählt sie. Trotzdem wird deutlich, dass sie als zweifache Mutter nicht 100 Prozent für den Betrieb geben kann. Die Folge: Die Zahl von anfänglich rund 550 Kunden in und um Leipzig sinkt schleichend, aber spürbar. 2014 zieht sie schließlich die Reißleine und fährt ihren Vertrieb wieder richtig hoch. „Mittlerweile sind meine Repräsentanten vier bis sechs Mal in der Woche in der Werbung“, so Wolf über die Kehrtwende. Immer mehr Proben und stetig steigende Kundenzahlen zeigen schnell, wie wichtig dieser Schritt für ihren Morgengold-Betrieb war. Heute beliefert sie mit ihrem Frühstücksdienst knapp 1.200 Kunden.

Von der Bezirksleitung bei Aldi zum eigenen Unternehmen

Vollen Einsatz zu zeigen war Nicole Wolf schon vor ihrer Zeit als Morgengold-Partnerin gewohnt. Nicht nur in ihrem englischsprachigen Management-Studium gab sie Vollgas, auch in ihrer Zeit als Bezirksleiterin bei Aldi war eine 70-Stunden-Woche für die Betriebswirtin keine Seltenheit. Warum dann überhaupt der Wechsel in die Selbstständigkeit? „Als Unternehmerin schreibt mir niemand vor, was ich wann zu tun habe“, erklärt sie einen wichtigen Beweggrund. „Ich habe das Ruder selbst in der Hand und kann steuern, wohin die Reise geht.“  Die Eingewöhnung in ihre neue Chefrolle fiel ihr dabei nicht schwer. Ihr zehnköpfiges Repräsentantenteam führt sie ebenso  souverän wie ihre 14 Logistikpartner. Ihr Erfolgsrezept? Auch in Konfliktsituationen ruhig und sachlich bleiben.  „Ich bin niemand, der laut auf den Tisch haut. Trotzdem lasse ich mir sicher nicht die Butter vom Brot nehmen“, sagt sie über sich selbst.

_mg_6345Zu ihren Repräsentanten, alles junge Studenten, hat sie ein eher lockeres Verhältnis. „Natürlich schaue ich genau hin, ob die Ergebnisse stimmen. Und wenn dann mal etwas nicht nach meinen Vorstellungen läuft, sprechen wir eben darüber.“ Genauso hält sie es auch mit ihren Auftragnehmern. Gibt es Grund zur Beanstandung, findet sie auch hier klare Worte. „Anders als bei meinen Werbern bleibe ich da aber lieber beim offiziellen ‚Sie‘“, sagt Wolf. „Das macht es leichter, einen gewissen Abstand zu wahren und konsequent zu bleiben.“

Das ist heute allerdings nur noch sehr selten überhaupt notwendig. Die Unternehmerin ist froh, sich mittlerweile auf ein loyales Auftragnehmerteam verlassen zu können. „Das ist Gold wert“, weiß sie. „Im Laufe der Jahre haben wir uns ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut, sodass wir neben unserem Notdienst auch auf ehemalige Logistikpartner zurückgreifen können, wenn es mal wirklich brennt.“ Nicht ohne Stolz blickt Wolf heute auf sechs Jahre Morgengold zurück, in denen in Leipzig ausnahmslos jede einzelne Tour den Weg zum Kunden gefunden hat.

Trotz wachsender Strukturen in ihrem Betrieb, am Wochenende beginnt der Tag für die Morgengold-Partnerin noch immer regelmäßig morgens um Viertel nach drei. Dann steht sie auf und macht sich auf den Weg in die Bäckerei. „Ich bin einfach ein kleiner Kontrollfreak“, muss Wolf über sich selbst lächeln. „Also habe ich an den turbulenten Tagen lieber ein Auge auf die Kommissionierung.“ Anschließend fährt sie Proben aus, bevor sie dann zu Hause ihren Familienalltag beginnt. „Klar, das schlaucht schon“, gibt sie zu. „Am Wochenende bin ich quasi mit Familie und Job im Dauereinsatz. Da freue ich mich manchmal regelrecht auf Montag, wenn alles wieder seinen geregelten Gang geht.“

Spaß und Energie

_mg_5783Wie steht es denn da um die vielgerühmte Work-Life-Balance, mag man sich fragen. „Ich spreche momentan eher von einer Work-Kids-Balance“, lacht die zweifache Mutter. „Mein Ziel: Eine ausgewogene Work-Family-Myself-Balance.“ Und sie hat auch schon einen Plan, wann die Zeit dafür reif ist. Bis zum Herbst dieses Jahres möchte sie noch eine weitere Tour aufbauen, dann soll sich die Lage etwas entspannen. Was bei der quirligen gebürtigen Thüringerin natürlich nicht bedeutet, untätig die Hände in den Schoß zu legen. Die nächsten Projekte am und im Haus hat sie längst im Visier. „Neue Terrasse, Carport, Garten, bei uns steht jedes Jahr unter einem bestimmten Motto“, erklärt sie augenzwinkernd. „Aber vor allem freue ich mich auf mehr Zeit für mich und meine Familie.“ Wieder öfter Sport treiben, ihre Sprachkenntnisse auffrischen, die seit ihrem Studium ein wenig in Vergessenheit geraten sind, oder als überzeugter Leipzig-Fan mit ihrem Mann einfach das Leben in der nahegelegenen Großstadt genießen steht dann unter anderem auf ihrem Programm. „Ich weiß, wofür ich das alles tue – genau deswegen bin ich ja mit so viel Spaß und Energie dabei!“

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