Franchise Insights 23 Apr 2014

Neue Geschäftsideen: Vorsicht bei zuviel „gebubble“

Allgemein

Einst schossen sie wie Pilze aus dem Boden. Jetzt ist der Hype vorbei. Die Rede ist von Bubble Tea Läden. Auch andere Konzepte mit Trendprodukten wie Kaffee, Sushi oder Frozen Yoghurt sind keine automatischen Selbstläufer. Für Franchise-Interessenten heißt es deshalb, nicht mit jedem Trendprodukt lassen sich auch dauerhaft Unternehmererfolge feiern.

Project 50 - Day #7 (Underwater)

Auf geschätzte 100 Standorte bundesweit schaffte es der größte Bubble Tea Anbieter BoboQ – wohlgemerkt innerhalb von nur drei Jahren. Heute dürften nur noch eine handvoll Läden übrig sein, wenn überhaupt. Gescheitert ist das Konzept, das auch mit Franchise-Partnern expandierte, letztendlich an seinem Produkt. Zuletzt stand der Bubble Tea im Verdacht, krebserregend zu sein. Das bedeutete das „Aus“ der bisher größten Erfolgsgeschichte im deutschen Einzelhandel, so Experten.

Was lässt sich aus dem Phänomen Bubble Tea lernen? Zunächst wird an dem Beispiel die herausragende Rolle von „Rezepten“ und Inhaltsstoffen deutlich. Denn überall dort wo Lebensmittel und deren Zubereitung im Spiel sind, kommt der Produktqualität eine erfolgsentscheidende Bedeutung zu. In Zeiten von foodwatch & Co. steht der Speiseplan der Deutschen vermehrt im Rampenlicht. Umso mehr sind Food-Konzepte gefordert, qualitativ einwandfreie und für den Verbraucher unbedenkliche Produkte anzubieten.

Im Franchise bilden die „Rezepte“ des Franchise-Gebers daher für den Unternehmenserfolg des Franchise-Partners auch einen wesentlichen Erfolgsbaustein. Schließlich sind Franchise-Partner hier in der Regel an das Produktangebot und die Rezepturen des Franchise-Gebers gebunden. Typischerweise sind der Bezug der Rohstoffe und die Zutaten systemweit einheitlich geregelt. Anders als der Einzelunternehmer können Franchise-Partner Produkte oder Inhaltsstoffe nicht beliebig austauschen oder ersetzen. Damit ist besonders 1) die Innovationskraft der Franchise-Zentrale gefragt, auf neue Eßgewohnheiten zu reagieren und 2) hinreichende Qualitätsstandards im Produktbereich zu entwickeln, die sich bereits im Einkauf widerspiegeln.

Ohne rentablen Betriebstyp kein Franchise-Erfolg

Dass Konzepte mit einem gefragten und viel konsumierten Produkt nicht automatisch nachhaltige Erfolge am Markt feiern, haben auch andere schon zu spüren bekommen Beispiel: Coffee-Shops. Spätestens mit der Ankündigung von Starbucks 2001, mit seinem Konzept nach Deutschland zu kommen, waren Coffee Shops in aller Munde. Auch hier entwickelten sich zahlreiche Franchise-Konzepte, von denen heute jedoch nur noch eine Handvoll am Markt aktiv sind. So haben es außer Segafredo und Coffee Fellows bisher keine anderen Franchise-Anbieter von Coffee-Shops in die legendären Top 100 der größten Gastronomieunternehmen Deutschlands der Wirtschaftsfachzeitschrift food service geschafft. Für die Multiplikation im Franchise rentable Betriebstypen sowie ein starker lokaler Verdrängungswettbewerb dürften dabei zu den größten Herausforderungen einer erfolgreichen Markteroberung zählen. So muss selbst eine weltweit bekannte Marke wie Starbucks am deutschen Markt „kämpfen“: Von den Anfangs kommunizierten Expansionsplänen über 1.000 Starbucks in Deutschland zu eröffnen, sind bis heute knapp über 160 realisiert worden.

Derweil kommen neue Produkte „en vogue“. Neuester Trend: das frozen Yoghurt. Bleibt abzuwarten ob sich das Konzept mit seinem Angebot langfristig erfolgreich am Markt durchsetzen lässt, insbesondere als sogenannter „Freestander“. Fazit: Je größer der Hype, desto genauer sollte man bei Konzept und Produkt hinsehen – denn Trends halten selten für die Ewigkeit. Wem für die geplante Selbstständigkeit ein „Hype“ am Ende doch zu viele Risiken birgt, fährt dann als Franchise-Partner vielleicht doch besser mit den Klassikern Burger oder Pizza.

 

Bildnachweis: Sean McGrath, “Project 50 – Day #7 (Underwater)”, Some rights reserved.
Quelle: www.piqs.de

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