Franchise Insights 06 Mai 2014

Das Handbuch – ein „must have“ für den Geschäftserfolg?

Allgemein, Franchise allg

Ein Handbuch gehört zu jedem Franchise-System wie die Klinke an einer Tür. Neben verbindlichen Konzeptvorgaben enthält es vor allem sämtliche Informationen, die für den erfolgreichen Unternehmensaufbau benötigt werden.

Wer sich als Franchise-Partner für ein ganz konkretes Konzept entschieden hat, der muss irgendwie an das notwendige Wissen kommen, um das Konzept auch am eigenen Standort gewinnbringend umsetzen zu können. Hier sorgen zwar Schulungen und Seminare des Franchise-Gebers dafür, dass das „Gewusst wie“ trainiert wird. Auch regelmäßige individuelle Beratung durch die Betriebsberater der Franchise-Zentrale tragen dazu bei, dass man als Franchise-Partner systemspezifisches Wissen erhält. Aber das „must have“ ist das Systemhandbuch – schon allein aus rechtlichen Gründen. Denn zu den Hauptleistungspflichten eines Franchise-Gebers zählt die Vermittlung des Know-hows seines Geschäftserfolges. Er ist dabei verpflichtet, sein Wissen so zu dokumentieren, dass er es dem Franchise-Partner zur Verfügung stellen kann. Und diese Aufgabe übernimmt das Handbuch als Anlage zu fast jedem Franchise-Vertrag.FAN2012089

Systemwissen transportieren

Das „Betriebslexikon“ oder die „Betriebsanleitung“, wie Handbücher auch gerne genannt werden, besteht grundsätzlich aus den folgenden zwei Inhalten: 1) aus detaillierten System- und Verfahrensbeschreibungen und 2) aus Richtlinien und Empfehlungen des Franchise-Gebers. Während letztere für die Betriebsführung des Franchise-Partners unverbindlicher Natur sind, stellen die Richtlinien eine verbindliche Vorgabe dar, die zur Sicherung der Qualitätsstandards unverzichtbar sind. Somit enthält das Handbuch für den Franchise-Partner sämtliche Informationen zum Aufbau und zur Führung seines Betriebes nach den Systemstandards. Doch lassen sich aus dem Handbuch auch Rückschlüsse für den eigenen Geschäftserfolg ziehen? Nun, ein Handbuch ist kein Garantieschein. Der individuelle Erfolg  ist immer davon abhängig, wie das vorhandene Systemwissen für den eigenen Geschäftserfolg genutzt und umgesetzt wird.

Umfangreiche Handbücher = seriöses System?

Nicht selten mutet das Handbuch eines Franchise-Systems – oder besser gesagt die Handbuchreihe – im Umfang einer Enzyklopädie an. Weil es immer noch Stimmen gibt, die vor unseriösen Franchise-Gebern ohne Handbuch warnen, investieren daher gerade junge Geber als aller erstes vor allem viel Geld in die Erstellung eines Handbuchs. Abgesehen davon, dass dies nicht notwendig ist (eine Mustergliederung findet sich hier!) Im Zweifel ist es auch nicht sinnvoll. Schließlich fehlt es jungen Systemen meist an hinreichenden Praxiserfahrungen, um  Standards im Alltag eines Franchise-Partners zu entwickeln. Wie soll dann eine umfassende Dokumentation der Prozesse erfolgen können, die für den erfolgreichen Betrieb des Unternehmenstyps tatsächlich notwendig sind? Schnell werden so Standards und Prozesse dokumentiert, die sich für den Franchise-Partner noch gar nicht bewährt haben. Ob dick oder dünn – der Umfang eines Handbuchs sagt nichts über die Seriosität eines Franchise-Gebers aus. Im Falle eines jungen Systems wird das Handbuch idealerweise mit der wachsenden Erfahrung am Markt schrittweise ergänzt und regelmäßig mit neuem Wissen um den erfolgreichen lokalen Unternehmensauf- und -ausbau aktualisiert.

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